Durchgeschwitzt, aber gut gelaunt

Die hochsommerlichen Temperaturen machen den rund 900 Teilnehmern der Göschweiler Volkswandertage zu schaffen.

Mit geröteten Gesichtern, pitschnassen Nackenhaaren und durchgeschwitzten Shirts trafen sie am Samstag- und Sonntagnachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen am Zielort ein. Vielen Teilnehmern der 45. Internationalen Volkswandertage in Göschweiler war die Anstrengung nach der 21-, Elf- oder auch Sechs-Kilometer-Strecke ins Gesicht geschrieben, dennoch zeigten sie sich erstaunlich gut gelaunt. Die meisten sind routinierte Wanderer, die im Sommer fast jedes Wochenende auf Schusters Rappen unterwegs sind.

Beispielsweise Walter Spitz, der an beiden Tagen startete. Der 82-jährige Neustädter legte in den letzten 25 Jahren schon 23 000 Kilometer zu Fuß zurück. "Früher habe ich immer die großen Strecken gewählt, doch im Alter muss man sich halt mit den kleineren zufriedengeben", nahm er es von der heiteren Seite. Auch Rita und Werner Schramm aus Bietigheim-Bissingen wandern seit über 30 Jahren jedes Wochenende. Die zwei Stunden Fahrzeit nach Göschweiler haben sie "wegen der einmaligen Wutachschlucht, durch die es sich wunderbar wandern lässt" auf sich genommen.

 

Ein ganz großes Lob erteilte auch SVG-Vorsitzender Walter Kessler Streckenwart Ewald Schuler und seiner ganzen Familie, die sich diesbezüglich einbrachte. Marcel Ridzewsky (11) aus Schwenningen kam mit seinen Eltern zum Wandern. "Sobald ich laufen konnte, war ich immer dabei", weist er auf seine bisherigen 70 Teilnahmen hin. Hier sei eine der schönsten Strecken, daher gehöre Göschweiler zum Pflichtprogramm der Familie. Lediglich auf die Wanderkilometer schaut dagegen Josef Berendes aus Gottmadingen, der seit 40 Jahren für seinen Kreuzlinger Wanderverein startet. Immer dabei seine Vereinsfahne, die er vor dem Start am Tisch befestigt, die ihm und seinen Vereinskollegen Sitzplätze bei der anschließenden Einkehr sichert. Auch Walter und Erika Engesser aus Riedböhringen, die vor 30 Jahren bei den Bachheimer Pfingstwandertagen Appetit aufs Wandern holten und dann mit Kindern und Ziehwagen bei den IVV-Wanderungen dabei waren, holten sich Karten. Früher hätte es überall Musik und Unterhaltung gegeben. "Die Gema macht doch alles kaputt", so die Einschätzung der Eheleute. In Göschweiler war die Geselligkeit jedoch groß geschrieben. Die Trachtenkapelle spielte zur Unterhaltung, eine große Anzahl Helfer des Sportvereins waren im Einsatz, um dem Ansturm nicht nur der knapp 900 Wanderer auf Essen und Getränke Herr zu werden. Größte Gruppe waren die Wanderfreunde aus Titisee-Neustadt mit 63 Wanderern. Über die Teilnahme der örtlichen Landfrauen, Feuerwehr, Landjugend und Schützenverein freute sich Kessler ganz besonders.