Wandertage sind ein Erfolg

Mehr als 1000 Teilnehmer übertreffen die Erwartungen / Dennoch Nachwuchssorgen beim Verein.

Am Wochenende veranstaltete der Wanderclub Weil am Rhein wieder seine Internationalen Wandertage. Wenngleich die 34. Auflage der jährlichen Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern die Erwartung der Organisatoren übertroffen hat, blieb am Ende doch ein Wermutstropfen.

"Wir haben im Vorfeld mit etwa 800 Teilnehmern gerechnet, da dann 200 mehr kamen, war die Halle fast zu klein", zog Thomas Gießler, der Vorsitzende des Wanderclubs, zufrieden Bilanz. 1003 Wanderer waren es, die zwischen den drei möglichen Streckenverläufen wählten. Diese waren sechs, elf und 20 Kilometer lang und endeten alle in der Haltinger Festhalle, wo die Mitglieder des Wanderclubs als Gastgeber bewirteten und die vom Wandern hungrig gewordenen Teilnehmer sich unter anderem an Gulasch mit Nudeln oder Kaffee und Kuchen gütlich tun konnten.

72 verschiedene Wandergruppen nahmen an den Internationalen Wandertagen teil, von denen die zehn größten mit neuen Wanderstöcken ausgerüstet wurden. Den ersten Platz belegte die Gruppe aus dem französischen Angeot mit 64 Wanderern, gefolgt von den Teilnehmern aus Saverne mit 60 Wanderfreunden und aus Wallbach-Säckingen mit 57 Teilnehmern. Dabei verstand es der Wanderclub durchaus, auch die Wanderfreunde von weiter her zu motivieren. "Alle, die mit dem Bus angereist waren, erhielten einen Pokal", sagt Thomas Gießler. So nahmen Wanderclubs aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Luxemburg teil. Auch für die Kinder, bei denen der Haltinger St. Josefskindergarten mit 47 Teilnehmern die größte Gruppe stellte, gab es jeweils ein Geschenk. Unfälle bei den Wanderungen gab es keine, alle Teilnehmer kamen ohne Blessuren wieder zu Hause an. "Das ist das Wichtigste", macht Gießler deutlich.


Mit den Wandertagen wurde zugleich wieder ein guter Zweck unterstützt. So gingen jeweils 600 Euro an das Frauenhaus in Lörrach und den Weißen Ring, der sich für die Opfer von Gewalttaten starkmacht. Übergeben wurden die Schecks, die Antje Lauber und Doris Sicklinger vom Frauenhaus Lörrach und Petra Hanisch vom Weißen Ring entgegennahmen, im Beisein von Justizminister Rainer Stickelberger und Albert Huber, dem Vizepräsidenten des Deutschen Volkssportverbands.

Stickelberger und Huber lobten den Wanderclub für das soziale Engagement, appellierten aber zugleich an alle Mitglieder: "Ihr dürft nicht aufhören." Genau diese Gefahr aber ist durchaus gegeben, denn den Wanderclub plagen Nachwuchssorgen. So ließen sich bei den Wandertagen die jugendlichen Teilnehmer an zwei Händen abzählen, wie Gießler sagt. Doch auch Ältere kommen kaum noch nach. "Wir wären schon zufrieden, wenn wir 60-Jährige motivieren könnten." Die Wandertage, die inklusive Aufbau mindestens vier Tage in Anspruch nehmen, ließen sich für die Vereinsmitglieder immer schwieriger auf die Beine stellen. Für das kommende Jahr gibt es zwar bereits einige Ideen – so soll die jährliche Spende dann der DRK-Ortsgruppe Haltingen zugute kommen, die die Wandertage von Anfang an begleitet –, aber Thomas Gießler wird deutlich: "Wenn wir nicht mehr Mitglieder gewinnen können, werden die 35. Internationalen Wandertage 2014 zugleich die letzten sein."