Wandertage ohne Wetterglück

 

Der Regen halbierte in Berghaupten die gewohnte Teilnehmerzahl, die Stimmung war dennoch prima

 

Ausgelassene Stimmung bei Musik und Bewirtung war am Wochenende in der Schlosswaldhalle in Berghaupten geboten. Die Berghauptener Wanderfreunde veranstalteten ihre jährlichen Herbstwandertage und konnten viele Freunde des Volkswandersports begrüßen.

 

Insgesamt neun Busse brachten Wandersportler, die sich von den widrigen Wetterverhältnissen die Wanderlust nicht verderben ließen und trotzdem eine der drei Strecken bewältigten. Zur Auswahl standen ein Wanderweg über fünf und einer über zehn Kilometer Länge sowie die Halbmarathon­strecke die bis nach Diersburg führte. Letztere wanderten allein am Samstag 300 Menschen entlang.

Die volle Halle täuschte am Sonntag darüber hinweg, dass die Wandertage wegen Brückentag und parallelen Veranstaltungen in der Region nicht so gut besucht waren. Ein weiterer Umstand wirkte sich allerdings noch stärker aus: »Der Regen hat die Teilnehmerzahl im Vergleich zum vergangenen Jahr halbiert«, bilanzierte Wanderfreunde-Vorsitzender Karl Gresbach. Demnach hätten etwa 80 Wandergruppen teilgenommen. Besonders stark vertreten waren die französischen Nachbarn. Ein Drittel der Teilnehmer kamen aus dem Elsass und Lothringen. So ging der Preis für die größte Gruppe an die 61 begeisterten Wanderer aus dem französischen Grosbliederstroff.

Die weiteste Anreise hatten die Wanderer aus Grolsheim in Rheinland-Pfalz hinter sich. Doch auch aus Heidelberg, dem Saarland oder Schönberg konnten Teilnehmer begrüßt werden.

Damit die Wandertage gelingen konnten, halfen etwa 90 Vereinsmitglieder bei der Organisation. Sie schilderten die Wege aus und besetzten die vier Kontrollpunkte, an denen die Wanderer Verpflegung bekamen. Ein Ehrenamt, das leider nachlässt, wie Bürgermeister Jürgen Schäfer anmerkte. Es sei heutzutage schwierig für die Vereine engagierten Nachwuchs zu finden. Gerade Jugendliche würden dem Wandersport andere Sportarten vorziehen. Dabei sei Wandern eine sehr ausgewogene Sportart und die Region dafür ideal. Tatsächlich umfasste die Altersspanne Teilnehmer zwischen drei und 87 Jahren, doch war der durchschnittliche Wanderer deutlich über 60.

Die Resonanz der Wanderer war hingegen durchweg positiv. Zum einen seien die Strecken sehr gut ausgewählt und beschildert gewesen, zum anderen würden die Berghauptener Schwarzwald-Musikanten und der Mittagstisch der Vereinsküche für den weiten Weg lohnen, so der Tenor.

Das Ehepaar Wintz aus Straßburg lief den kurzen Wanderweg gleich zweimal, »wir kommen regelmäßig her, die Landschaft ist einfach so schön«.

Nächstes Jahr hoffen die Wanderfreunde auf besseres Wetter. Doch wie Bürgermeister Jürgen Schäfer betonte, zähle nicht nur das: »Wer richtig wandert, weiß, es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung und eine falsche Einstellung.«