Albstadt

Komprimierte Wanderfreunde

Rund 800 Teilnehmer waren gestern beim 65. Wandertag "in einer der schönsten Landschaften Deutschlands", wie Vorsitzender Helmut Weber vom Wanderverein Silberdistel Albstadt meinte – unterwegs:

Selbst nach 65 Jahren ist ein Novum immer mal drin: Zum ersten mal in der langen Vereinsgeschichte hat der Wanderverein Silberdistel Albstadt seinen internationalen Wandertag auf einen Tag beschränkt.

Den Grund erklärte Helmut Weber bei der Siegerehrung an der Festhalle Onstmettingen: Die älteren Mitglieder hätten ihm gesagt, dass ihnen die Arbeit an zwei Tagen einfach zu viel sei. "Obwohl ich gerne wieder ein Wochenende gemacht hätte – die Arbeit mit den Strecken und der Halle ist dieselbe wie für zwei Tage –, haben wir die Wünsche unserer Mitglieder respektiert", so Weber. Schließlich sei eine ganze Reihe von ihnen 70 Jahre und älter, und über ihre Mitarbeit sei der Verein auch an nur noch einem Tag sehr froh.

Anerkennung erntete der Wanderverein Silberdistel vom Onstmettinger Ortsvorsteher Siegfried Schott: "Helmut Weber hat eine gute Truppe beieinander, die einfach funktioniert." Im Vorfeld sei immense Arbeit zu leisten, beim Wandertag sowieso und in der Nachbearbeitung nochmals, so Schott in seinem Grußwort vor einer voll besetzten Festhalle.

Der Gastgeber bot wie immer drei Strecken an. Während die sechs Kilometer lange Tour Richtung Stich und zurück durch den Ort führte, erforderte vor allem die 20 Kilometer lange Strecke gute Kondition. Vorbei am Stich, auf dem Blasenbergtrauf bis zum Zollersteighof – dort trafen die Wanderer jene, die die mittlere Strecke mit elf Kilometern bevorzugt hatten. Gemeinsam nahmen sie den Weg zum Zeller Horn und weiter zum Raichberg, ehe sich nach dem Backofenfelsen die Wege wieder trennten.

Die Jugend muss weltmeisterlich raten

Während die Wanderer auf der langen Strecke weiter zum Hangenden Stein und um den Gockeler zum Spielplatz am Hausener Sträßle gingen, führte die andere Route an der Fuchsfarm vorbei zum Ausgangspunkt zurück.

Integriert in den 65. Wandertag war ein Jugendwandertag, verbunden mit einem Ratespiel für Kinder und Jugendliche auf der Wanderstrecke. Wer den Lösungssatz, der in den Tagen der Weltmeisterschaft selbstverständlich mit Fußball zu tun hatte, richtig zusammenzimmerte, erhielt eine Portion Pommes frites und ein kleines Präsent. "Fußball ist Spitze, der Ball im Tor, das ist toll, aber Wandern ist schön und gesund" – der Lösungssatz hatte es in sich.

Die fünf größten Wandergruppen erhielten prall gefüllte Taschen, darin ein Fässchen Bier und eine Deutschlandfahne. Auf Rang eins landete Marschalkenzimmern mit 50 Teilnehmern vor Crailsheim mit 48, Billigheim-Elztal mit 47, Wehr-Öffingen mit 45 und Mengen mit 44 Teilnehmern. Harthausen folgte mit 27 Teilnehmern auf Platz sechs vor Betzingen und Rotfelden.