Viele wählen die große Strecke

Gelungene Organisation bei Volkswandertagen in Göschweiler.

Der tolle Streckenverlauf, die sehr gute Organisation und hervorragende Verpflegung waren nur einige Punkte, die von den Teilnehmern bei den Internationalen Volkswandertagen in Göschweiler hervorgehoben wurden. Der leichte Nieselregen, der kurzzeitig am Samstag- und am Sonntagnachmittag einsetzte, hielt niemandem ab, auch nicht den mit 94 Jahren wohl ältesten Teilnehmer der Wanderfreunde Oberrottweil.

Wie viele Wanderer aus dem In- und Ausland den Weg nach Göschweiler gefunden haben, kann Walter Keßler nur abschätzen, da viele Teilnehmer auch ohne Wertungsstempel wandern. "Die Zahlen des Vorjahres haben wir bestimmt erreicht, so dass wir keine Einbußen haben", zeigte sich der Vorsitzende des Sportvereins Göschweiler zufrieden.

Seinem großen Helferstab, darunter "Wanderpapst" Ewald Schuler, ist es wieder vortrefflich gelungen, die Wanderveranstaltung zu organisieren. Den Teilnehmern boten sich auf den gut ausgeschilderten und hergerichteten Wegen herrliche Ausblicke über die Wutachschlucht und eindrucksvolle Streifzüge in den Schluchtengebieten. Diese genoss auch Familie Strittmatter aus Birndorf, die mit ihren drei Jungs fast jedes Wochenende eine IVV-Wanderung unternimmt. Seit 20 Jahren sind sie dabei. Auch für Martin Eichner gehören die IVV-Wanderungen seit 1973 zum Wochenende dazu. Der Vorsitzende der Wanderfreunde Elgersweier hat mit seiner Ehefrau bisher rund 65 000 Kilometer zurückgelegt. Am Sonntag entschieden sie sich für die Zehn-Kilometer-Strecke, die teilweise durch die Schlucht führte. Am Kontrollpunkt gab es großes "Hallo", als sie auf Rudolf und Brunhilde Meuer von der Wandergruppe Michelbach trafen. Sie nehmen seit 40 Jahren an Wanderungen teil und sind zum zweiten Mal in Göschweiler.


Die meisten Gruppen kennen sich und bereichern gegenseitig ihre Wandertage. "Gestern waren wir beim Wandertag in Aurich bei Vaihingen und machten uns mit dem Zug gleich weiter nach Löffingen auf", sagt Rudolf Meuer. Die ganze Wandergruppe hat dort im Ochsen übernachtet und ist am Sonntagmorgen mit dem Wanderbus nach Göschweiler gefahren, wo sie die 20 Kilometer erwanderten.

Die meisten Wanderer kommen von auswärts


"Wir haben schon mal überlegt, auf die große Strecke zu verzichten, doch das würden viele bedauern", sagt Walter Keßler im Hinblick darauf, dass sich etwa ein Viertel der Teilnehmer für die große Strecke entscheidet. Dass die meisten Wanderer von auswärts kommen, hat schon den Grund, dass viele helfende Hände an den Start- und Kontrollpunkten, bei der Bewirtung und musikalischer Umrahmung am Sonntag, als die Halle rappelvoll war, benötigt werden. Göschweiler Landfrauen, Schützen und Feuerwehrmänner waren dennoch auf der Strecke auszumachen. Als größte Gruppen wurden die Wanderfreunde aus Neustadt (62), aus Oberrottweil (46) und aus Tuningen (37) mit Präsenten ausgezeichnet.

 

Göschweiler

Volkswandertage trotzen Trend

Der landläufige Trend der Volkswanderungen weist nach unten. Die Senioren sind stark vertreten, während die Jugend fehlt. Nicht so in Göschweiler. Die Zahl der Wanderteilnehmer geht wieder nach oben, auf den Wegen sind auch Kinder und Jugendliche anzutreffen, was Vorsitzender Walter Keßler und Streckenchef Ewald Schuler freut.

Diese positive Tendenz in Göschweiler dürfte auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein. Zum einen die drei Wegestrecken über sechs Kilometer, die auch für Kinderwagen gut zu bewältigen ist, und die beiden zehn und 20 Kilometer langen Strecken durch die Wutachschlucht. Hier engagiert sich seit Jahrzehnten der ehemalige Wanderwart Ewald Schuler mit seiner Ehefrau Hannelore beispielhaft.

In diesem Jahr war die Vorbereitungsarbeit um die Streckenführung aufgrund der Wetterbedingungen mit starken Regen besonders schwierig, "Die Strecken müssen abwechslungsreich sein, für die Wanderer interessant und die Kontrollpunkte miteinander verbinden", erklärt Ewald Schuler.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Göschweiler internationalen Volkswandertage ist auch das Rahmenprogramm. So werden die Wanderfreunde im Ziel von der Trachtenkapelle in der Bürgerhalle erwartet. Dirigent Martin Sedlak hatte wieder ein fetziges Programm zusammengestellt, welches nicht nur die Tourengeher, sondern auch die Gäste begeisterte.

50 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz, um die vielen Wanderer zu betreuen. Bereits das Wanderfrühstück, fand großen Zuspruch. Im Einsatz waren auch die Göschweiler Jugendlichen, die sich damit klar zu den Wandertagen bekennen.

Die Feuerwehr regelte wie immer den Parkplatzdienst, was in diesem Jahr nicht einfach war, da die Wiesen unter Wasser standen. Glücklicherweise war der Einsatz des Roten Kreuzes nur auf Bagatellfälle wie Blasen und kleinere Schürfwunden beschränkt.

Viele Teilnehmer kommen jedes Jahr wieder. So traf man den 43-jährigen Thomas Ebnet aus dem Klettgau erneut an. Seit 27 Jahren ist er immer am Start, aufgrund des Wetters wählte er dieses Jahr allerdings nur die kleine Strecke. Die sechs lustigen Damen aus Oberkirch, die das Wochenende in Rötenbach verbrachten, hatten von der Wanderung gehört und sich kurz entschlossen auf den Weg gemacht. "Es war fantastisch hier", erklärte Marlene Asche, "wir werden sicherlich wiederkommen". Die Wandergruppe aus Michelbach am Wald in der Nähe von Schwäbisch Hall kam bereits am Samstag mit dem Zug angereist.

Die größte Gruppe bei der Wanderung kam aus der Nachbarstadt Titisee-Neustadt. Sie mit 62 Wanderern vor Ort. Die nächst größere Gruppe waren die Wanderfreunde aus Oberrotweil am Kaiserstuhl mit 47 Teilnehmern, gefolgt von den Wanderern aus Tuningen. Die großen Gruppen freuten sich über die Gruppenpreise, die Werner Baader mit seinem Team bei der Anmeldung überreichte.