Aus Spandau zum Wandern in Kandern

Rund 500 Wanderfreunde marschieren bei der 24. Auflage der internationalen Winterwanderung rund um Wollbach mit.

"Vorsicht! Volkswanderung", verkündeten die Schilder rund um Wollbach. Rund 500 Wanderfreunde nahmen dieses Mal an der mittlerweile 24. Auflage der internationalen Winterwanderung der Wanderfreunde Wollbach teil. Die weiteste Anreise brachte zuvor ein Marschierer aus Berlin mit rund 900 Kilometer hinter sich.

Die milde Witterung dürfte zu der enormen Resonanz beigetragen haben, vermuten die Organisatoren. Im Vorjahr etwa herrschte Frost, der weit weniger Wanderer zur Teilnahme bewegt hatte. Der Vorsitzende der Wollbacher Wanderfreunde, Horst Würslin, nahm zusammen mit Albert Huber, dem Landesvorsitzenden des Deutschen Volkssportverbandes (DVV), die Siegerehrung vor. Mit Präsenten bedacht wurden die Gruppen mit den meisten Teilnehmern. Vorn lag der Weiler Wanderclub (mit 47 Wanderern), gefolgt von den Wanderfreunden Buggingen (38) und den Wanderfreunden Wallbach (27). Alle Wanderfreunde erkundeten die Wollbacher und teilweise auch die benachbarte Gemarkung. Man formierte sich in zahlreichen Trupps, die zu Vereinen oder Clubs gehörten, aber auch einzelne Wanderer marschierten mit. Vertreten waren auch Schweizer und Elsässer. Gestartet wurde zwischen 8 und 14 Uhr an der Kandertalhalle, was ein permanentes Kommen und Gehen zur Folge hatte. Zurück zu legen waren zwei Strecken mit wahlweise sechs oder zehn Kilometern Länge. Einigen jedoch war die "Zehn" auf dem persönlichen "Wandertacho" nicht genug. Dem Elsässer Maurice Bleyel zum Beispiel, der die Tour gleich dreimal absolvierte. Am Morgen kam er aus Mulhouse, um sich wieder einmal dem Weiler Wanderclub anzuschließen.

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Der Elsässer genießt wegen seiner Fitness hohe Achtung, betonte sein Wanderkollege Walter Prinzing. Überaus aktiv ist weiter Hans-Christian Kukalinski, der in diesem Jahr bereits sieben Listen mit dem begehrten Wanderstempel füllen ließ. Jedes Wochenende schart Vorsitzender Thomas Giessler Unternehmungslustige um sich. Mit dem 2. März nähere sich ein besonderes Ereignis in Weil, wirbt Giessler. Man rufe zu einer Benefizwanderung auf (10 bis 16 Uhr/Start: "Josefstüble"). Unterstützen wolle man eine Hilfsaktion, gewidmet der achtjährigen Noemi aus Schopfheim (Infos  07621/793213).

Gänzlich der Wanderlust verschrieben hat sich auch Klaus Moron vom Wanderverein Spandau. Eigens aus Berlin reiste der 73-jährige an, der dafür einen Sonderpreis erhielt. Vor über zehn Jahren habe er durch eine Ausschreibung "die schöne Ecke Süddeutschland" entdeckt. Regelmäßig zieht es den rüstigen Pensionär seither in die Region. Wie zum Beweis dieser Affinität bewältigte er die Wollbacher Zehnkilometer-Route am Samstag quasi als "warm up" einmal und am Sonntag dann noch zweimal.

Davon, dass Wandertermine von November bis Februar immer weniger werden, berichtete Landesvorsitzender Huber. Der DVV sei daher dankbar für jede Veranstaltung, um der Zunahme der "weißen Flecken" in den Plänen entgegen zu wirken. Die Teilnahme an den internationalen Winterwanderungen sei wichtig für den Erwerb des "Internationalen Volkssportabzeichens".