600 Wanderer unterwegs

Tolles Wanderwetter und eine zufriedenstellende Beteiligung.

Die 47. Wandertage des Internationalen Volkssportverbandes (IVV) brachten dem Sportverein Göschweiler wieder einmal ein tolles Wanderwetter und eine zufriedenstellende Beteiligung. Rund 600 Wanderfreunde bewegten sich auf den ausgewiesenen Strecken und ließen sich den Rittersporn, die Giftpflanze des Jahres, als Sonderstempel in ihr Wanderbuch drücken. Die größte Teilnehmergruppe bildeten die Wanderfreunde Titisee-Neustadt, die mit 73 Personen an den Start gingen. Die Wandergruppe Stegen war mit 48 Teilnehmern vertreten und wurde ebenfalls mit einem Ehrenpreis und Erinnerungsgeschenk ausgezeichnet.

Drei Strecken standen auch in diesem Jahr wieder zur Auswahl, für die Wanderwart Ewald Schuler verantwortlich zeichnete. Neben einer sechs Kilometer langen Höhenstrecke führten die zehn und 20 Kilometer lange Wegstrecke teilweise auch durch die Wutachschlucht. Der 82-jährige Gerhard Brodbeck aus Titisee-Neustadt entschied sich für die kleine Strecke, da er tags zuvor schon im Elsass zehn Kilometer wanderte. "Ich bin seit 40 Jahren fast jedes Wochenende unterwegs", sagt er. Entsprechend kennt er viele Teilnehmer. Die Ausschilderung in Göschweiler bezeichnete er als sehr gut: "Das macht der Ewald Schuler hervorragend". Auch der Vorsitzende der Wanderfreunde Titisee-Neustadt, Christoph Hummel, wandert seit 40 Jahren. Mit den Göschweilern unternehmen die "Seemer" teilweise auch etwas gemeinsam.

 

Mit zunehmendem Alter eher gemächliche Touren


Die große Strecke durch die Schlucht reizte Edith und Udo Hottinger aus Murg mehr, da sie schon etwas Besonderes sei. Dies bestätigte auch Franz Klingele, Vorsitzender der Wandergruppe Stegen. "Wir waren von Anfang an in Göschweiler dabei", sagt er. Mit den Göschweilern pflege man ein sehr gutes Verhältnis und das nicht nur, weil der Ex-Bürgermeister von Stegen, Siegfried Kuster, ein Löffinger gewesen sei. Für Anna und Reinhold Thoma sowie Mechthild und Theo Haberstroh aus Gütenbach ist die Teilnahme in Göschweiler seit Jahrzehnten selbstverständlich. Früher gingen die beiden befreundeten Paare immer auf die große Strecke, doch mit zunehmendem Alter bevorzugen sie eher die gemächlichen Touren. Ähnlich äußert sich auch der treue Wanderfreund Konrad Neugart aus Unadingen, der mit Ehefrau Sofie und Irmgard Naber unterwegs war.

Neben etlichen Schweizern ergänzten Franzosen die internationale Wanderschar, die am Sonntag teilweise schon um 6.45 Uhr zum angebotenen Frühstück auf der Matte stand. Auch wenn der SV Göschweiler alles gibt, um die Wandertage attraktiv zu gestalten, ist der rückläufige Trend kaum aufzuhalten. "Landauf landab haben die Veranstalter mit zurückgehenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen", sagt SVG-Vorsitzender Walter Kessler. Dies liege in erster Linie an der Überalterung der Wandervereine, die dadurch auch Probleme bei der Ausrichtung der Veranstaltung haben oder bereits aufgeben mussten. Für die Organisation der Wandertage braucht Kessler rund 40 ehrenamtliche Personen, die die Wegstrecke vorbereiten, die Bewirtung übernehmen, Wanderkärtchen ausfüllen oder an den Kontrollstellen zur Verfügung stehen. "Reine Wandervereine verspüren den Mitgliederrückgang stärker als wir, da wir einiges durch den Sportverein auffangen können", sagt Kessler.