Wandern ganz entspannt

1000 Teilnehmer genossen beim Wandertag des Racing-Teams das Wetter und Freiamts Landschaft.

Bei nahezu optimalen äußeren Bedingungen wanderten über 1000 Teilnehmer aus Freiamt, der Region, der Schweiz und aus dem Elsass auf den fünf, zwölf und zwanzig Kilometer langen Strecken beim Wandertag des Motorsport Racing Teams Freiamt. Über 70 Helfer sorgten an drei Kontroll- und Versorgungspunkten für einen reibungslosen Verlauf und für Verpflegung und Getränke. Erstmals war der Start am Pflingsteck.

Um mit einem Vorurteil aufzuräumen: Volkswandern hat zwar das Volk und damit eine große Menge im Namen, dass es aber im Wald dadurch eng wird und dicht gedrängte Prozessionen verbissen auf Punktejagd dahinmarschieren, dazu kommt es eher selten. Und nicht in Freiamt. Im Gegenteil. Auf weiten Strecken waren am Sonntagmorgen einzelne Wanderer oder kleine Gruppen in großen Abständen unterwegs. Und die sehr entspannt und munter. "Es gibt beim Volkswandern keinen gemeinsamen Start", erläuterte Wanderreferent Thomas Döbele, seit 18 Jahren nicht nur für die Streckenführung verantwortlich. "Jeder kommt und startet, wann er will."

Am Sonntag zogen die ersten 20 Wanderer "im Frühtau" zu Berge, also ab 7 Uhr, um 9 Uhr wurde es im Versorgungszelt am Start- und Endpunkt am Pflingsteck langsam voller. Viele Wanderer entscheiden erst unterwegs, welche der drei angebotenen Strecken sie wählen. "Wir schauen mal, wie lange es der Kleine aushält", erzählte etwa ein Vater aus Köndringen, der den Junior in der Kindertrage auf dem Rücken hat, "aber zwölf Kilometer sind kein Problem." Die Last auch nicht. Eher der Bewegungsdrang des Sohnemanns. Am Volkswandern schätze er, dass man sich nicht verlaufen könne. Dazu gebe es tolle Verpflegung und zwischendurch bestehe immer mal wieder Gelegenheit zum einem kleinen Gespräch: "Alle sind gut gelaunt und die gemeinsame Anstrengung verbindet".

Etwas ambitionierter ging es bei einer 15-köpfigen Gruppe aus dem elsässischen Bindernheim zu, die wie mancher auswärtige Gast bei der Anreise mit der dezentralen Lage in Freiamt Schwierigkeiten hatte und sich für das nächste Jahr eine bessere Beschilderung wünschte. Ihre Mitglieder fahren das ganze Jahr über zu Wanderungen des Internationalen Volkssportverbands und sammeln eifrig Wertungspunkte fürs Volkssportabzeichen.

Eine Gruppe aus Freiamt entschloss sich ganz spontan, "auch wegen des schönen Wetters", zur Teilnahme. Es sei einfach eine schöne Tradition in der Familie, erklärte ein Anfang 20-Jähriger, und dazu eine gute Gelegenheit, um mit den Geschwistern und den Eltern einmal wieder etwas gemeinsam zu unternehmen. Doch generell sei das Interesse an Volkswanderungen in Deutschland rückläufig, wie der Vizepräsident des IVV, Albert Huber, erzählte, auch wenn immer noch über eine Million Wanderer jährlich an solchen Wanderungen teilnehmen. Paul (6) und Luisa (9) aus Freiburg haben das Volkswandern vor einem Jahr mit ihren Großeltern entdeckt und sich zu so begeisterten Wanderern entwickelt, dass sie munter und fröhlich auf halber Strecke erklärten, dass heute erstmals die 20 Kilometer in Angriff genommen werden.

Von den Freiämter Vereinen stellten die Chorvereinigung erneut die meisten Wanderer. Größte Gruppe mit 38 Teilnehmern waren die Wanderfreunde St. Peter/Glottertal.