Wandern entlang der kühlen Wutach

Sportverein Göschweiler freut sich über viele Naturfreunde / Ein Teilnehmer geht die 20-Kilometer-Strecke gleich zweimal .

Biologische Vielfalt erleben – so lautete das Versprechen des Sportverein Göschweiler, der wie jedes Jahr zwei Wandertage im Rahmen der Aktion des Deutschen Volkssportverbands anbot. Ein Teilnehmer war scheinbar so berauscht von der romantischen Vielfalt, dass es ihn zu außergewöhnlichen Taten drängte. "Am Samstag ist ein Wanderer aus Schramberg zweimal 20 Kilometer gewandert", berichtete der SV-Vorsitzende Walter Keßler.

Mit abwechslungsreichen Strecken wurde den Naturfreunden Lust aufs Wandern gemacht. Erstmals seit zehn Jahren konnten so deutlich mehr Gäste begrüßt werden: "Am Samstag kamen über 300 Teilnehmer. Viele davon sind aus der Umgebung angereist, aber etliche machten sich auch aus dem nahen Ausland wie Frankreich und der Schweiz auf nach Göschweiler."

Eine Gruppe aus Rottweil wählte die kleine Route mit einer Länge von sechs Kilometern. Mit dabei Alwin Burkhart in einer farbenprächtigen Jacke, auf der er stolz seine zahlreichen Wandersticker wie Trophäen genäht hat. Der 82-Jährige wandert im Jahr bei 110 Veranstaltungen mit. Erschöpft stützte er sich auf seinen stabilen Wanderstab, mit müden Schritten und schweren Stiefeln schleppte sich seine Gruppe in der Mittagshitze den steilen Hang zum Parkplatz hinauf. In ihrem Alter ginge es nicht mehr so schnell, da müsse man langsam machen. Seine Wanderkollegen nickten zustimmend.

Auch ein rüstiges Ehepaar aus Teningen war nach 20 Kilometern froh, die klobigen Wanderstiefel ausziehen zu können. Sie lobten den Veranstalter mächtig: tolle Strecke, ausreichend Schatten, gut ausgeschildert, man könne sich praktisch nicht verlaufen. Dazu die beeindruckende Wutachschlucht, wo das Wasser ständig wild rauscht und die Natur teilweise noch unberührt ist. "Wir waren ziemlich allein", freute sich die auswärtige Wanderin, die zusammen mit ihrem Mann bereits zum vierten Mal in Göschweiler auf die Strecke ging. Sie waren in der Früh gestartet und brauchte vier Stunden für ihren abwechslungsreichen Weg.

Bereits zum 48. Mal organisierte der Sportverein diese beliebte Veranstaltung. 30 Helfer waren dabei wieder im Einsatz. Keßler, der die unterschiedlichen Strecken bestens kennt, sagte: "Für die große Route braucht man schon eine gute Kondition. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll." Gemütlich hockten die müden Wanderer nach dem Laufen auf Bierbänken im Schatten, warteten auf ein leckeres Essen und lauschte zwischendurch der Trachtenkapelle Göschweiler, die für die musikalische Unterhaltung sorgte. Besonders die ältere Generation hat nach wie vor erkennbar Spaß am Wandervergnügen.

Ein Trend aber hat Keßler im Laufe der Zeit festgestellt: "Es gibt immer weniger Vereine, die solche Wandertage ausrichten wollen." Er aber hat eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer zur Verfügung: "Wir hier haben das Glück, viele junge Leute im Verein zu haben, die helfen."