Immer weniger organisierte Wanderer

Wanderfreunde Rhein-Wehra hatten einmal 200 Mitglieder, jetzt sind es gerade einmal 61. Die Nachwuchswerbung bleibt weitestgehend ohne Erfolg.

Dass das gemeinsame Erkunden der Natur heute wohl nicht mehr zu den Hauptinteressen der Jugend zählt, stellte sich am Samstag bei der Hauptversammlung der Wanderfreunde Rhein-Wehra heraus. "In den achtziger und neunziger Jahren galt das Wandern als wahrer Volkssport.

Heutzutage werden wir mehr und mehr auf das Abstellgleis gestellt", erklärte der Vorsitzende Ernst Büttgen besorgt. Rund 200 Mitglieder zählte der Verein in seiner Blütezeit. Heute sind es gerade einmal 61, wobei man von einer weiter fallenden Tendenz ausgeht. Dabei seien die Bemühungen, neuen Nachwuchs anzuwerben, groß. "In den vergangenen Jahren haben wir verschiedene Spiel- und Schulwandertage organisiert, um die Kinder an unseren Sport heranzuführen. Dennoch blieb der Erfolg weitgehend aus", bedauerte Büttgen.

Um die eigene Existenz zu sichern, sei man dazu übergegangen, stärker mit anderen Vereinen zu kooperieren. So teile man mit den Wanderfreunden Hotzenwald-Murg und mit der schweizerischen Gruppe Aare-Rhein Stein zahlreiche Ressourcen und gehe auf gemeinsame Touren. "Zeigt Interesse und seid immer bereit, auch den anderen Vereinen Hilfe zu leisten", erinnerte Schriftführer Reiner Rumler, "denn nur so bleibt unser Bestand langfristig gesichert."

Auch wenn existenzielle Sorgen verbleiben, war das letzte Vereinsjahr doch ein bewegtes. 45 Wanderungen, darunter viele im Ausland, wurden in der vergangenen Saison vollzogen. Durch ihr besonderes Engagement und die Teilnahme an fast allen Veranstaltungen ergatterte Hannelore Pohl den Titel der besten Wanderin. Gerda Wößner und Reinhard Rumler folgten ihr auf dem zweiten sowie dritten Platz. Mit ihren 92 Jahren wurde Heidi Muheim zudem als älteste Wanderin ausgezeichnet.

Voller Tatendrang blicken die Wanderfreunde schon jetzt auf das kommende Jahr, für das über 40 Exkursionen geplant sind. Außerdem wolle man sich im Ringen um den Nachwuchs nicht geschlagen geben und erneut werbende Veranstaltungen durchführen. Dabei kann der Verein von der Erfahrung des Vorstandes profitieren. Bis auf die neu gewählte Kassiererin Beate Höller wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurden Heidi Muheim, Michaela Höller und Ernst Kummer geehrt. Seit 30 Jahren sind Gertrud Rauscher, Helmut Rotzler, Otto Arzner und Siegfried Peisker im Verein.