Internationale Volkssporttage in Alt-Hürth

 

„Den Naturpark zu Fuß erobert“

Am Wochenende verwandelte sich das Rheinland in ein Wander-Mekka.

Die 37. Internationalen Volkssporttage standen auf dem Programm. Diese schlossen auch die Internationalen Wander- und Nordic-Walking-Tage, die Kinder- und Jugendwandertage und den Internationalen Rheinland-Marathon mit ein. Dazu herrschte bereits am Samstagmorgen in der Aula des Goldenberg-Europakollegs ein hektisches Treiben.

Gäste auch aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden

Immer mehr Gäste aus ganz Deutschland, aus Holland, aus Belgien oder aus Luxemburg trafen ein, genossen einen Kaffee, lockerten sich auf, schnürten ihre Schuhe und machten sich auf den Weg, um den Naturpark Rheinland zu Fuß zu erobern. Dazu bildete die Berufsschule am Sonnabend und Sonntag Start- und Zielpunkt der verschiedenen Strecken von 6, 12, 16, 24, 30 und 42,195 Kilometern Länge.

„Ich habe noch nie eine solch lange Anmeldeschlange gesehen“, freute sich Frank Over von den Wandergesellen Alt-Hürth. Er rechnete mit bis zu 2000 Teilnehmern aus halb Europa. Der Verein der Wandergesellen organisiert jedes Jahr aufs Neue die Volkssporttage.

Auf allen Touren Verpflegungsstationen

Dazu werden die Touren im Vorfeld getestet und beschildert. Auf allen Wegen gibt es Verpflegungsstationen. „Die Sechs-Kilometer-Wanderung ist vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht“, erklärte Over weiter. Unter dem Motto „Natur 2018“ konnten die jungen Teilnehmer wie bei einer Schnitzeljagd Rätsel lösen, um sich ein Geschenk und eine Urkunde zu verdienen.

 „Die Temperaturen spielen mit“, freute sich Leo Peeters aus den Niederlanden. Er war schon früh aufgebrochen, um pünktlich zur Marathon-Wanderung zu starten. „Es ist einfach immer wieder schön, hier in der freien Natur zu wandern“, sagt der Aktive. „Es sind zudem flache Strecken, die mir Spaß machen“, ergänzte er.

„Das Wandern ist für uns seit einigen Jahren ein schönes Hobby“, erzählte Dorothea Sommer aus Köln, die gemeinsam mit ihrem Mann wanderte. „Wir haben uns angewöhnt, alles zu Fuß zu erledigen. Da kamen neulich auch schon mal an einem Tag 13 Kilometer zusammen, die wir nur so zurücklegten“, berichtete sie. „Zudem hält uns das Laufen fit.“ Für Mario Pohlers aus dem sächsischen Zwickau war es das fünfte Mal, dass er bei den Volkssporttagen dabei ist. „Man trifft auch bekannte Gesichter wieder“, berichtete er.

1987 lockte Pohlers zum ersten Mal der Wanderweg „Eisennach – Budapest“ und die Leidenschaft der Fußmärsche hatte ihn gepackt. „So kann ich vom Alltag abschalten.“ Während er am Wochenende im Rheinland „die Betriebsamkeit“ auf den Strecken genoss, stellt er sich immer wieder gern Gebirgswanderungen von Hütte zu Hütte in den Alpen. „Das ist dann wie eine innere Einkehr und hat für mich fast philosophischen Charakter.“