Unmittelbar von Schruns aus kann man sich mit den Hochjochbahnen, die im Sommer das Schrunser Skigebiet als Wandergebiet erschließen, einen relativen Höhenvorteil von 1600 m gegenüber Schruns verschaffen und erreicht nach Kabinenbahn und Sessellift die Wormser Hütte (2350 m) unterhalb des Kreuzjoch, weit über der Baumgrenze. Hier angekommen ist man zunächst vom Blick Ill-Tal-abwärts über Schruns bis nach Bludenz überwältigt. Das Montafon erscheint als tiefes Tal, eingeschlossen zwischen den Bergen des Rätikons und des Verwalls bis hin zu den Klostertaler Alpen. Den kurzen Weg auf das Kreuzjoch (2395 m) sollte man mitnehmen, wenngleich der Andrang groß immer echt groß ist. Wer unmittelbar in die wilde Felsvegetation einsteigen will, wählt den Abstieg über den Sennigrat. Einen wunderschönen, wenig beschwerlichen Einstieg in die alpinen Vegetationsstufen bodensaurer Standorte erlaubt allerdings die Wanderung entlang des Seeweges. Das metamorphe, kompakte Silikatgestein am Beginn des Weges ist klüftig und bietet hochalpinen Arten der Urgesteinsböden beste Wuchsbedingungen. Die Schotterfluren werden von Alpenschaumkraut und Hutschinsia alpina besiedelt. Auf drei Felsplateaus haben sich die Schmelzwässer zu Kaskaden-Seen aufgestaut, Moore und hochalpine Mattenvegitation komplettieren das Alpenvegetationserlebnis. Die Seeufer werden gesäumt von einem dichten Bestand des Platanenblättrigen Hahnenfußes. Aus dem dritten See stürzt sich schließlich der Teufelsbach talabwärts, der Wanderweg teilt sich hier zum Abstieg Richtung Hintere oder Vordere Kapellalpe.
Von der Vorderen Kapellalpe auf 1873 m Höhe kann man die Kabinenbahn nach Schruns zurück nehmen.