Deutlich weniger Wanderer dabei

Der SV Göschweiler macht sich Gedanken über die IVV-Wandertage.

LÖFFINGEN-GÖSCHWEILER. Von ganz unterschiedlichen Wetterbedingungen waren die Internationalen Volkswandertage in Göschweiler geprägt. Wurden die Wanderlustigen am Samstag von Sonnenschein begleitet, war der Regenschirm am Sonntag das wichtigste Utensil. Nach Jahren konstanter Teilnehmerzahlen – rund 900 bis 1000 Wanderlustige fanden meist den Weg nach Göschweiler – musste in diesem Jahr mit 600 Teilnehmern ein erheblicher Einbruch hingenommen werden.

"Am Wetter allein kann es nicht gelegen haben, da schon am Samstag deutlich weniger als sonst kamen", sagt der Sportvereinsvorsitzende Walter Kessler, der zusammen mit rund 50 Helfern im Einsatz war. Dass die sinkende Tendenz schon manchen Ausrichter von Volkswandertagen zur Aufgabe zwang, weiß er. Doch die Flinte jetzt auch ins Korn zu werfen, sei noch zu früh.

Von Wind und Wetter lassen sich Elfriede und Hermann Koslowski von den Schwarzwaldfalken Villingen nicht abhalten. Seit 1998 nehmen sie mit Hund Lissi wöchentlich an IVV-Wanderungen teil. "Das macht uns glücklich", sagt die Vorsitzende des Wandervereins, der mit 30 Teilnehmern die drittgrößte Gruppe bildete. Mit 49 Teilnehmern waren die Neustädter Wanderfreunde die größte Gruppe, gefolgt von 39 Hessen, die im Rahmen ihrer Busreise in den Schwarzwald nicht nur den Feldberg, den Schauinsland und den Titisee, sondern auch bei der abschließenden IVV-Wanderung die Wutachschlucht erkundeten.


Die Gäste haben sich offensichtlich sehr wohl gefühlt und fanden Gefallen an der Musik der Trachtenkapelle Göschweiler, die sofort eine Einladung in den Werra-Meißner-Kreis erhielt. Dem Ehepaar Huber aus Bad-Säckingen Wallbach, das seit 1974 jede Woche auf der Strecke ist, waren Schweizer Wanderfreunde aus Frauenfeld und Heiligkreuz dicht auf den Fersen. Auch sie gehören zu den regelmäßigen Frischluftschnappern wie ein Ehepaar aus Elzach, das seit 30 Jahren zwischen 40 und 50 Wanderungen jährlich unternimmt. Sie bedauern, dass viele Vereine der Umgebung mittlerweile "dicht" machten, was längere Anfahrtswege zu den IVV-Wanderungen bedeute. Angesichts der gestiegenen Benzinpreise haben sie ihren Radius auf 50 Kilometer begrenzt.

Wie man in Göschweiler der rückläufigen Entwicklung entgegensteuern kann, will man nach dem Kassensturz im Vorstand überlegen. Die Reißleine ganz ziehen möchte Kessler jedoch nicht, eher könne er sich eine Straffung von zwei Tagen auf einen Tag vorstellen. Auch eine räumliche Begrenzung des Wanderangebots außerhalb des Naturschutzgebiets wäre möglich, um die hohen Auflagen und die im fast im vierstelligen Bereich liegenden Genehmigungskosten zu reduzieren. Dies ginge jedoch zulasten der interessanten Streckenführung, für die Ewald Schuler verantwortlich zeichnet. Im kommenden Jahr werden die Volkswandertage jedoch noch wie gewohnt über zwei Tage (14. und 15. Juli 2012) ausgerichtet, da der Termin schon gemeldet werden musste.