Wandern ist nicht mehr Jedermanns Lust

Wanderfreunde Rhein-Wehra enttäuscht über geringe Teilnehmerzahl an den Wandertagen.

WEHR. "So wenig Teilnehmer wie gestern hatten wir noch nie". Sichtlich enttäuscht gab sich am Sonntag der Vorsitzende der Wanderfreunde Rhein-Wehra, Ernst Büttgen, angesichts der sehr schlechten Beteiligung an den 32. internationalen Wandertagen. Gerade einmal 410 Teilnehmer hatten den Weg nach Wehr und Öflingen gefunden, um die Wanderschuhe zu schnüren und des "Müllers Lust" zu frönen. "Der Sonntag hat dann doch ein klein wenig entschädigt", tröstete sich Büttgen über das furchtbare Regenwetter vom Vortage hinweg.

Gewandert werde aber bei jedem Wetter, so die trotzige Aussage Büttgens, der gemeinsam mit dem zweiten Bürgermeisterstellvertreter Eugen Mulflur am Sonntag um 14 Uhr zur Ehrung der größten Teilnehmergruppen schritt. Sechs, elf und 20 Kilometer betrugen die Distanzen, die die Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, dem Elsass sowie aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg auf sich nahmen. Die größte Gruppe kam in diesem Jahr aus Wallbach. 48 Wanderfreunde hatte der Verein ins Rennen geschickt hatte. Sehen lassen konnte sich auch die 38-köpfige Delegation der Hotzenwälder Wanderfreunde Murg-Laufenburg. Den dritten Platz mit 37 Teilnehmern belegten die Schweizer Gäste aus Stein (AG).


Der historisch gewachsene "deutsche" Volkssport habe besonders bei jüngeren Menschen sehr an Attraktivität verloren. Deshalb sei der schlechte Besuch der Wandertage nicht nur der Witterung zuzuschreiben, erklärt Büttgen. Der Nachwuchs stelle, wie bei vielen anderen Vereinen auch, ein "Riesenproblem" dar, erklärt Büttgen. "Dabei gibt es nichts Schöneres" als Wandern, ist er sich sicher, "und es fördert die Gesundheit". Seit der Gründung 1978 fungiert er nun schon als Vorsitzender der Wanderfreunde Rhein-Wehra. "Nächstes Jahr mache ich es noch", so seine Ankündigung. "Aber dann zum letzten Mal".