»Was für ein schönes Dorf!«

 

Teilnehmer der Volkswandertage in Zell-Weierbach begeistert / Sogar eine Gruppe aus Belgien angereist

Über Mangel an Bekanntheit oder Teilnehmern braucht sich die Wandergruppe Zell-Weierbach wahrhaftig nicht beklagen: Heuer reisten sogar zwei Busse aus Belgien an! Insgesamt wurden am Wochenende bei den »42. Internationalen Volkswandertagen« 1837 Teilnehmer gezählt.

Zell-Weierbach -  Sie haben gleich zwei Rekorde im Gepäck, die »Amis Marcheurs«, zu Deutsch »Wanderfreunde«, aus dem Dörfchen Ivoz, gelegen in der Gegend um Liège in Belgien: 129 Volkswanderer schickten sie am Wochenende in Zell-Weierbach auf die Strecke, die längste Anreise hatten sie auch – und das bei der ersten Teilnahme! »Wir haben eine Jumelage, eine Partnerschaft, mit dem elsässischen Ammerschwihr, und unser Präsident Henri­ Bourgeois hat arrangiert, dass wir hier nach Zell-Weierbach gekommen sind«, informieren­ Philippe Peters und seine Schwester Josette, die in der Abtsberghalle geblieben sind, während die Gruppe sich auf die Zehnkilometerstrecke begeben hat.
Der Charme des Badnerlandes hat die Wanderfreunde aus dem französischsprachigen Teil Belgiens im Nu überzeugt: »Was für ein schönes Dorf und was für ein herzlicher Empfang – trotz des Regens«, schwärmt Josette, und ihr Bruder ergänzt: »Und was für ein guter Wein!« Die Pioniers d’Ammerschwihr, die die Gäste aus dem fernen Belgien auf dem Geschmack gebracht haben, sind zum dritten Mal in Zell-Weierbach dabei und mit etwa 50 Wanderern unterwegs. An Tagen wie diesen bekommt man den Beweis, dass die Abtsberghalle doch nicht »viel zu groß für einfach alles« ist. Dicht gedrängt sitzen die Wanderfreunde an den Tischen, es ist kaum ein Durchkommen zwischen Stühlen, Menschen und stolz aufgepflanzten Vereinsfahnen.

Plausch mit Winzer
Zumindest am Samstag hat das Wetter die Volkswanderer verwöhnt: Gut gelaunt ist die 75-jährige Irmgard Hart aus Fischbach mit ihrem vierbeinigen Begleiter »Wolli« (acht Jahre) unterwegs »Die anderen sind noch in der Halle zum Frühstücken, aber mich zieht es immer gleich auf die Strecke«, lacht sie. Nicht weit davon legen Waltraud und Bernhard Harter aus Riegel am Kaiserstuhl mit ihrem Bekannten Jacques Lehmann aus dem elsässischen Gerstheim eine Pause ein, um sich bei Winzer Alois Sälinger, der gerade beim »Reben biegen« ist, zu erkundigen, ob sie »im Herbst bei der Lese helfen« können. Sie sind begeistert von dem Aufwand, den die Zell-Weierbacher Wandergruppe um Manfred Sälinger treibt. »Die Halle ist wieder so schön geschmückt, es warten viele Preise, die Wege sind toll – wir kommen seit über zehn Jahren her!« berichten sie.
Albert und Marlene Riedinger sind für dem »Club des Marcheurs de Forstfeld« auf der Strecke: »Wir sind heute nur sechs Personen, der Rest ist in Reichstädt beim Volkswandertag. Die kommen dann morgen!« So hat mancher Club seine Präsenz auf das ganze Wochenende verteilt. Daher stehen die endgültigen Teilnehmerzahlen erst am Sonntagmittag fest: Mit 47 Personen war die Feuerwehr unter den örtlichen Vereinen am stärksten vertreten, gefolgt vom Schwarzwaldverein (27 Personen).
Insgesamt nahmen 1837 Personen an den 42. Internationalen Volkswandertagen in Zell-Weierbach teil!