1.800 Wanderer erkunden die Natur

"Klassewetter“ beschert Zaisersweiher Veranstaltern am Samstag und am späteren Sonntag starken Zulauf. "Wandern: Der beste Weg zur Natur" war auf dem Aufkleber an der Heckscheibe eines Autos zu lesen, dessen Fahrer diesen Spruch nicht als Einziger in die Tat umgesetzt hat: Mehr als 1800 Teilnehmer wurden am Wochenende bei den 35. Internationalen Wandertagen in Zaisersweiher gezählt.

Viele der Wanderer schlugen schon in aller Frühe den Weg in Richtung Natur ein, Johannes Deppisch aus Creglingen war kurz nach 8 Uhr schon wieder auf dem Weg in Richtung Zaisersweiher Festhalle, dem Ziel der Wanderrouten. 15 Kilometer hatte er bereits an diesem Sonntagmorgen zurückgelegt. Und dafür eine Anfahrt von 150 Kilometern in Kauf genommen.
"Obwohl wir erst um 7.30 Uhr anfangen, laufen manche schon um 6 Uhr ohne Startkarte los", erzählte Wanderwartin Carola Eberle von der Spielvereinigung Zaisersweiher. Die Zahl dieser Extremwandrer, die zum Teil sogar zwei Wandertage pro Tag absolvieren, sei jedoch rückläufig: "Es gibt immer weniger Kilometerfresser." Auch sei in früheren Jahren der größte Teil der Wanderer bereits zwischen 7 und 8 Uhr losmarschiert, während sich heutzutage das Gros erst gegen 10 Uhr auf die Strecke begebe. Carola Eberle: "Viele kommen jetzt später: Sie warten erst das Wetter ab."
Ein "Klassewetter", so Carola Eberle, erwartete die rund 600 Wanderer am Samstag. Die Sonntagswanderer hingegen mussten am frühen Vormittag erst mal einige Regengüsse abwarten, bis sich die Sonne hinter den Wolken hervortraute und für herrliches Wanderwetter sorgte.
Drei Strecken über sieben, zwölf und 19 Kilometer hatten Carola Eberle und ihre Helfer ausgewählt: "Die Wege führen hauptsächlich durch den Wald und über Felder." Nach dem Start bei der Turn- und Festhalle Zaisersweiher verlief die Route zunächst in Richtung Füllmenbacher Hof und im Bogen zur Weingärtnergenossenschaft nach Diefenbach, wo nicht nur die erste Kontrollstelle eingerichtet war.
Gerhard Brüstle von der Weingärtnergenossenschaft Diefenbach schenkte hier nämlich zudem erlesene Tropfen aus Trauben von den heimischen Weinbergen aus. "Die Spielvereinigung ist bei uns zu Gast, und wir haben die Gelegenheit, uns zu präsentieren", erläuterte er die Vorteile für beide Seiten.
In Diefenbach teilten sich die drei Strecken, bevor sie alle wieder in das gemeinsame Ziel, die Festhalle Zaisersweiher mündeten. Dort wurden die hungrigen Wanderer verköstigt. In der Küche herrschte Hochbetrieb, "Insgesamt sind zwischen 110 und 120 Personen im Einsatz", machte Carola Eberle deutlich, was für einen Großeinsatz die Wandertage dem rund 300 Mitglieder starken Verein abverlangen. Diese Aufgabe könne längst nicht mehr allein von der Wanderabteilung bewältigt werden. Deshalb seien unter anderem auch die Fußballer einbezogen. Dass bei den Wandertagen die Mitglieder der Spielvereinigung an einem Strang ziehen, hat seinen guten Grund. Die Wanderwartin: "Sie sind eine wichtige Einnahmequelle für den Verein." Leider mache sich immer stärker bemerkbar, dass im Verein, die so genannte "Mittelschicht" fehle.
Die größte Wandergruppe stellte der Volkssportverein Schömberg mit 112 Teilnehmern. Als zweitgrößte Gruppe wurden mit 92 Personen die "Kraichgau-Wanderer" Grombach ausgezeichnet, gefolgt von den "Sieben Meilen-Stiefeln“ aus Flacht mit 78 Personen.