Zwischen Schonach, Schönwald und Furtwangen zeigt sich der Schwarzwald von einer ganz neuen Seite. Die Berge bilden nur grüne Wellen aus, die kaum nennenswerte Höhenunterschiede aufweisen. Nach den vergangenen Tagen mit viel Auf und Ab verheißt das genussvolles Knieschonen, bevor es in den Hochschwarzwald geht. Auch nach der Wilhelmshöhe bleibt der Westweg seiner Hauptrichtung Süden treu und verläuft schnörkellos am Wolfbauernhof vorbei zum Rand des Naturschutzgebiets Blindensee. Am frühen Herbstmorgen, wenn im ersten Sonnenlicht noch die Tautropfen der Nacht in den Gräsern und Zweigen hängen, ist es hier besonders schön. Um das idyllische Hochmoor mit Wollgrasflächen, Krüppelkiefern und vielen seltenen Pflanzen ranken sich zahlreiche lokale Sagen. An der Weißenbacher Höhe verlässt der Weg den Bergkamm und wechselt durch die kaum merkbare Senke des Elztals hinüber zum Hauptkamm. Die kleine Elzquelle wird passiert, bevor an der Martinskapelle eine Quelle von viel größerer Bedeutung erreicht wird. Hier entspringt ganz unscheinbar die Breg, die sich bei Donaueschingen mit der Brigach zur Donau vereinigt. Der kurze Abstecher gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Westwegwanderers! Wieder am Weg ist der Günterfelsen direkt am Weg das nächste Ziel.

Man muss ein wenig darauf achten, wo der Westweg auf einem Pfad im Wald verschwindet, denn er bildet eine willkommene Abwechslung zum Kiesweg um die Felsen herum, wenngleich aber keine Aussicht erwartet werden darf. Die bietet sich vom bereits nahen Aussichtsturm am Brend (1.149 m). Besonders der Blick nach Süden zum wuchtigen Kandel und dem breit gelagerten Feldbergmassiv schürt die Vorfreude auf die kommenden Etappen. Ist die Sicht klar, präsentiert sich sogar der nahezu gesamte Westalpenkamm von der Zugspitze bis zum Mont Blanc. Dass der Brend unter Schwarzwaldwanderern etwas verkannt wird liegt wohl an der auf den Gipfel führenden Straße, entlang derer nun auch der sanfte Abstieg zum Neueck erfolgt. Hier trifft man auf die B 500, die, wie auch der Westweg, den Schwarzwald von Nord nach Süd durchquert. In ihrer Nähe, mal links, mal rechts davon geht es im Endspurt bis zur Kalten Herberge.