Von der über die Murg führenden historischen Holzbrücke verläuft der Westweg kerzengerade durch die Forbacher Altstadt zur Bundesstraße, überquert diese und steigt durch eines der romantisch-stillen Heuhüttentäler aufwärts. Schon nach wenigen Schritten liegt das Städtchen hinter einem, gefolgt vom ersten 450 Meter Anstieg. Das geht so früh morgens ordentlich in die Beine, ist aber ein ideales Aufwärmprogramm für alles, was noch kommt. Nach der Wegscheide können die Waden beim sanften Abstieg hinunter zur Schwarzenbach-Talsperre entspannen oder beim Fußbad im kalten klaren Wasser des größten Sees im Nordschwarzwald gekühlt werden. Die Talsperre speist das Pumpspeicherkraftwerk Forbach, dessen gewaltige Druckrohrleitungen hinab ins Murgtal mit einem kurzen Abstecher vom Westweg bestaunt werden können. Wenn die Füße wieder fit sind, steht der Aufstieg am stillen Herrenwieser See vorbei durch die dunkel über der Wasserfläche aufragende Bergflanke des Seekopfs (1.001 m) an. 350 weitere Höhenmeter machen den langen Aufstieg aus dem Murgtal bis auf die ersten „Tausender“ des Nordschwarzwalds perfekt.

Die Aussicht vom Gedenkstein für Philipp Bussemer, einer der Väter des Westweges, ist weniger prächtig als erhofft. Wäre da nicht das stille Bänkchen unter den Rhododendren, würde man wohl schnurstracks den holprigen Forstweg hinüber zum bereits sichtbaren Friedrichsturm auf der Badener Höhe (1.002 m) entlang eilen. An der Schwarzwaldhochstraße bieten sich eine ganze Reihe von Höhenhotels und Kurhäusern an, die vom Westweg angelaufen werden. Hier bietet sich für Unermüdliche ein Abstecher über den mächtigen Wiedenfelsen zu den Gertelbachfällen an, die über 220 Höhenmeter kaskadenartig ins Bühlertal stürzen. Am Hundseck trifft man wieder auf den Westweg, der vom Mehliskopf aus hierher findet. Ein letzter kurzer Anstieg bringt den Wanderer auf den Hochkopf und durch im Abendlicht wie verzaubert wirkende Hochmoore zum ehemaligen Kurhaus Unterstmatt.