Rund 1800 Wanderer am Start

Internationale Wandertage in Berghaupten wegen Regen am Sonntagvormittag mit durchschnittlichem Erfolg

Trotz eines total verregneten Sonntagvormittags konnten die Wanderfreunde Berghaupten bei ihren 37. Internationalen Wandertagen insgesamt über 1800 Wanderfreunde auf ihre Wanderwege durch Wald und Reben schicken.

Berghaupten. International waren die seit 37 Jahren stattfindenden Wandertage auf jeden Fall. Wer sich am Samstagmittag bei badwarmen Temperaturen den Weg durch die Wandergruppen in die Halle bahnte, hörte neben Badisch und Schwäbisch vor allem Elsässisch. »Mittlerweile kommt gut ein Drittel der Wanderer aus Elsass und Lothringen«, so Karl Gresbach, Vorsitzender der Wanderfreunde Berghaupten. Bei der Preisverleihung am Sonntag durften die elsässischen »Marcheurs du Haut-Barr Saverne« mit einer Gruppenstärke von 54 Teilnehmern den ersten Preis mit in die Stadt des berühmten Rohan-Schlosses mitnehmen. Auch die Zweit- und Drittplatzierten kamen aus elsässischen Orten: Westhouse und Reichstett. Am Samstag hatten die Wanderfreunde »Linde« Buggingen aus dem Markgräflerland (55 Teilnehmer) die Nase vorn, vor den Wanderfreunden Billigheim-Elztal (52). Die Wanderfreunde Elgersweier marschierten mit 90 Beinen am Samstag auf Platz drei.

Bürgermeister Jürgen Schäfer freute sich bei seiner Begrüßung über die vielen Teilnehmer aus dem Nachbarland. Überhaupt sieht Schäfer diese Wandertage auch als eine einzigartige Möglichkeit, sich über Grenzen und Regionen hinweg zu begegnen und auszutauschen. Laut Gresbach hatten die Wanderfreunde in den vergangenen Jahren noch nie so schlechtes Wetter wie am ersten Oktober-Wochenende 2012. Schäfer lobte daher besonders die 900 Wanderer, die am Sonntag mit geeigneter Ausrüstung Wind und Regen trotzten. Bei besserem Sonntagswetter wären nach den Erfahrungen von Gresbach gut 600 Wanderer mehr in die Portalgemeinde gekommen. Unter den 65 deutschen Wandergruppen hatten die Frauen und Männer aus Bad Marienberg/Westerwald die weiteste Anreise. Weitere neun Grupen reisten ebenfalls per Bus an. »Nur weil auch die Wanderfreunde Berghaupten an den Wanderveranstaltungen der Besuchergruppen teilnehmen, ist der Besuch aus weit entfernten Regionen in Berghaupten zu erklären«, so Gresbach. Mit dem Privatauto werde höchstens 50 Kilometer Anreiseweg auf sich genommen.

100 Helfer im Einsatz

Zu diesen Wanderern gehörte Josef Bayer aus Hofstetten, der sich persönlich von Gresbach verabschiedete. Seit 30 Jahren kennen sich die beiden Wanderfreunde. Überhaupt seien Geselligkeit und Bewegungsanreiz für die meist über 40-Jährigen die Hauptmotivation für Organisation und Teilnahme dieser Wandertreffen. Auf rege Wanderbeteiligung sei man schon angewiesen, denn immerhin habe man einen Kostenaufwand von gut 5000 Euro. Über 100 Helfer waren im Einsatz. Das Rote Kreuz stand mit zwei Einsatzfahrzeugen zur Stelle. Die Feuerwehr Berghaupten half zusätzlich mit zehn Männern. Am Sonntag sorgten die »Schwarzwaldmusikanten« für Stimmung in der Schlosswaldhalle. Wer nicht nur die Teilnehmergebühr von 1,50 Euro entrichtete, sondern 3,80 Euro investierte, konnte als Souvenir einen eleganten Holzoldtimer mit nach Hause nehmen. Das gediegene Mitbringsel hat eine weite Reise hinter sich, bis es im häuslichen Regal ein Vorzeigeplätzchen gefunden hat. Es wurde in der Mongolei hergestellt und gelangte dank globalisierter Arbeitsteilung ins Schwarzwalddorf Berghaupten.