Über den Schluchtensteig

Auf 119 Kilometern verläuft der Schluchtensteig von Stühlingen durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch und zum Schluchsee, passiert den Dom zu St. Blasien, überquert die sanften Hochflächen von Dachsberg und Ibach und windet sich von Todtmoos durch das dramatische Wehratal dem Ziel in Wehr entgegen. Schluchten und Klammen, Wasserfälle und Seen, Hochmoore, Blumenwiesen und Weidfelder, leuchtend grüne Urwälder und dunkle Tannenforste säumen den Qualitätsweg Wanderbares Deutschland auf seiner Strecke von der Wutach an die Wehra. Es ist kein reiner Talweg - ganz im Gegenteil. In schönster Regelmäßigkeit werden Felskanzeln und Berggipfel angesteuert. Immer wieder öffnen sich Blicke auf die gerade durchwanderten Schluchten oder auf diejenigen voraus. Mal grüßt der Feldberg über den bewaldeten Schwarzwaldbergen, dann sind es die vergletscherten Berge der Schweizer Alpen, die sich panoramafüllend im Süden aufreihen und einmal nur die Augen, und nicht die Füße, zum Wandern animieren.

In 6 Etappen zum Ziel

Sechs Tages-Etappen mit Längen von 18 bis 22 km führen Sie auf der einzigartigen Route 119 Kilometer durch den Südschwarzwald ans Ziel. Von Stühlingen unweit der Schweizer Grenze streckenweise entlang der historischen Sauschwänzlebahn, durch die wildromantische Wutachschlucht weiter bis zum Schluchsee. Danach vorbei am Dom St. Blasien über die sanften Hochflächen des Hotzenwalds nach Todtmoos und zuletzt durch das waldreiche Wehratal bis zum Zielort Wehr.

Wanderzeiten

Der Schluchtensteig ist begehbar von Anfang Mai bis in den November. Mit dem ersten Schnee wird seine Begehung besonders in den steilen, abschnittsweise alpin anmutenden Schluchtabschnitten nicht mehr empfehlenswert und teils sogar lebensgefährlich. Besonders bei Frost können sich die schmalen Steige in spiegelglatte Eisbahnen verwandeln, die ein Fortkommen unmöglich oder gar lebensgefährlich machen. Der Schluchtensteig ist allerdings ein idealer Weg, um sommerlicher Hitze zu entfliehen. Die Schluchtpartien sind angenehm kühl und schattig und bieten immer wieder romantische Wasserfälle und Bachläufe an, die zu einer Abkühlung einladen.

Wegcharakter

Schmale Pfade, wilde Steige und stille Forstwege machen den Schluchtensteig aus. Im Abschnitt der Wutachflühen, im Schleifenbachtobel, am Räuberschlössle und in der Haslachklamm führen schmale Steige durch teilweise steile Bergflanken - ein Mindestmaß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist schon notwendig. Über sechs Etappen zieht sich der Schluchtensteig von 346 Meter auf über 1160 Meter am höchsten Punkt beim Krummenkreuz.

Wegmarkierung

Das Schluchtensteigsymbol (grüner Rand, verschlungenes Doppel-S grün-blau-rot auf weißem Grund) weist auf allen Richtungsschildern an Wegkreuzungen zuverlässig den Weg.
In den Zwischenabschnitten folgt man der Schluchtensteigraute.

Länge, Höhenmeter und Etappen

Der Schluchtensteig verläuft über 119 km vom grenznahen Stühlingen nach Wehr. Sechs Etappen, zwischen 18 und 22 km lang, führen den Wanderer durch Schluchten, wildromantische Täler und traditionsreiche Schwarzwalddörfer. Der niedrigste Punkt liegt auf 346 Meter, der höchste Punkt bei der Krummenkreuz Hütte auf 1148 Meter ü. M. Die Aufstiege mit insgesamt mehr als 2500 Höhenmetern in sechs Tagen setzen eine gewisse Kondition voraus. 45 Prozent der Gesamtstrecke legen Sie auf naturbelassenen Wegen zurück, wovon über 2/3 auf schmalen Pfaden verlaufen.

Schluchtensteig mit Kindern

Eine Tageswanderung auf dem Schluchtensteig ist ein tolles Erlebnis für Kinder. Wer ist nicht begeistert von Wasserfällen und tosendem Wasser, Burgen, Urwäldern, Kletterfelsen und Aussichtstürmen? Besondere Vorsicht gilt allerdings für die Schluchtenabschnitte, bei denen kleine Kinder an der Hand geführt oder ans Seil genommen werden sollten. Eine mehrtägige Schluchtensteigtour ist für Kinder eher zu anstrengend.

Fauna und Flora

Viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten haben in den Schluchten des Südschwarzwalds einen idealen Lebensraum gefunden. Die Palette reicht vom Apollofalter bis zum Wespenbussard, von den seltenen Aspisvipern bis zu Bibern, Luchsen, Gämsen und Hirschen. Botanische Kleinode wie Felsennelke, Orchidee, Türkenbund oder Silberblatt blühen am Wegesrand. Lupine, Königskerze und Akelei sprenkeln die Wälder mit bunten Farbtupfen. Pflücken Sie bitte keine Pflanzen und lassen Sie den Wildtieren ihre nötige Ruhe. Hunde bitte stets anleinen!

Sicherheit auf dem Schluchtensteig

Zur Begehung des Schluchtensteigs sollten Sie unbedingt knöchelhohe Wanderschuhe mit Profilsohle und eventuell auch Stöcke für die teils sehr steilen und rutschigen Abschnitte in der Schlucht benützen. Bitte beachten Sie, dass besonders in Bannwäldern und Naturschutzgebieten auch Gefahren von Totholz und in den Schluchten von Steinschlag bestehen können.
Die Wutachflühen, die Wutach- und die Haslachschlucht sind in verschiedene Rettungssektoren eingeteilt. Sie ermöglichen der Bergwacht im Fall der Fälle gezielte Maßnahmen. Achten Sie deshalb bitte darauf, in welchem Sektor Sie sich befinden.

Ausstattung

Entlang des Schluchtensteigs sind meist reichliche Möglichkeiten für eine Rast zu finden. Von Etappe zu Etappe gibt es aber unterschiedlich viele Rastplätze und Schutzhütten. Einzelne Rastbänke sind immer wieder anzutreffen - abgesehen von den Schluchtenabschnitten. Eine Sitzunterlage (Sitzkissen) ist zu empfehlen, da viele Steine und Bänke oft feucht sind.
Einkehrmöglichkeiten sind teilweise nur in den Etappenorten anzutreffen. Auf der ersten, zweiten und sechsten Etappe finden Sie wenige Kilometer nach dem Start und dann erst wieder am Ende eine Einkehrmöglichkeit. Daher sollten Sie immer etwas Obst und Energieriegel, sowie ausreichend zu trinken dabei haben. Jedoch gibt es durchaus einige kulinarische Versuchungen, wie zum Beispiel eine Schwarzwälder Kirschtorte oder ein herzhaftes regionales Vesper zwischen den einzelnen Etappen, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.