Der erste Alemannen-Marathon geht Ende Mai an den Start

 

Marathon trotz Corona:

Für 29. Mai bis 1. Juni rufen zwei Friesenheimer zum Pfingstlaufen auf. Die Startgebühr ist eine Spende fürs Klinikum Lahr-Ettenheim. Wer sagt denn, dass keine große Veranstaltung stattfinden kann in diesen Corona-Zeiten – Sport geht da immer, nur eben in anderer Form. Und gerade jetzt bietet es sich an, raus zu gehen und sich zu bewegen.

Das finden Walter Bähr und sein Sohn Constantin aus Friesenheim. Und rufen jetzt auf zum ersten Alemannen-Marathon über Pfingsten, und das noch für einen guten Zweck. Von 29. Mai bis 1. Juni können Teilnehmer ab zwölf Jahren gegen eine Gebühr mitmachen und einen Marathon (42,195), Halbmarathon (21,097 Kilometer) oder zehn Kilometer joggen, walken, wandern oder einfach nur spazieren, vielleicht mit dem Hund. "Es steht jedem völlig frei, welche Strecke er wählt und wie er sie geht. Man kann auch die Strecke über die Tage splitten, also zum Beispiel den Marathon in Etappen über vier Tage gehen", erklärt Constantin Bähr. Wichtig ist, die Corona-Vorschriften einzuhalten: Am besten einzeln gehen, oder aber in zwei Metern Abstand voneinander. Von Constantin Bähr kam die Idee zum Alemannen-Marathon. Er hat öfter in München den Stadtmarathon im Oktober mitgemacht, der dieses Jahr aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann und deshalb vom Veranstalter in einen Oster-Marathon umgewandelt wurde und das für einen guten Zweck. Nach diesem Modell organisieren die Bährs jetzt die Pfingstaktion.

Teilnehmer bekommen eine Urkunde

Über die Homepage www.alemannen-marathon.de können sich Teilnehmer schon jetzt registrieren. Am 29. Mai wird dort dann zudem um 7 Uhr ein Portal freigeschalten, über das die registrierten Läufer ihre gelaufenen Kilometer eingeben können. Das Portal wird am 1. Juni, 19 Uhr, wieder geschlossen, es erfolgt die Auswertung, und die Teilnehmer erhalten dann per PDF-Datei eine Urkunde: Auf dieser wird ihnen bescheinigt, dass sie ihre gewählte Strecke absolviert haben. Wer seinen Lauf nicht ins Portal eintragen möchte, erhält ebenfalls eine Urkunde für die Teilnahme. Die Teilnahmegebühr von zehn Euro – wer möchte, könne auch mehr geben, so Bähr – geht komplett an den Förderverein Freundeskreis Lahrer Klinikum für das Klinikum Lahr-Ettenheim. Constantin Bähr hatte in einem Gespräch mit Friesenheims Bürgermeister Erik Weide gehört, dass das Ortenauklinikum des Landkreises mit mehreren Millionen Euro Defizit kämpfe.

Gibt es viele Spenden, kriegen mehr Standorte etwas aus dem Geldtopf.

 "Die Krankenhäuser sind aber in dieser Zeit am meisten beansprucht", erklärt Constantin Bähr die Auswahl von ihm und seinem Vater. Volker Schuchardt, Vorsitzender des Freundeskreises Lahrer Klinikum, habe zudem zugesagt, falls "ganz viel", so Bähr, an Spenden eingehen würde, das Geld auch auf andere Häuser des Ortenauklinikums zu verteilen. Hier ergänzt Constantin Bähr, dass es erst ab 200 Euro Spende eine Spendenquittung gebe. Die Bährs werden in der Organisation des Alemannen-Marathons vom Turnverein Friesenheim unterstützt, der für die "Werbung über alle Kanäle" sorgt, wie Constantin Bähr betont. Zudem werden Plakate und Flyer verteilt.

Alemannen-Marathon von 29. Mai bis 1. Juni. Teilnahmegebühr zehn Euro. Anmeldung (Registrierung) und weitere Informationen unter www.alemannen-marathon.de

 

Der 1. Alemannen-Marathon in Friesenheim war mit 442 Teilnehmern und 7254 Euro Spenden ein Erfolg.

Der 1. Alemannenmarathon vom 29. Mai bis 1. Juni in Friesenheim war ein Erfolg: 442 Starter haben Spenden in Höhe von 7254 Euro für den Freundeskreis des Lahrer Klinikums erlaufen (Stand Dienstag). Initiator Walter Bähr ist zufrieden mit der Resonanz. Im kommenden Jahr soll der Lauf in die zweite Runde gehen.


"Für uns war es ein schönes und erfolgreiches Wochenende. Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", sagt Walter Bähr am Dienstag. Das schöne Wetter habe ihnen in die Karten gespielt. "Es mag nicht nur an uns liegen, aber ich habe am Sonntag so viele Menschen wie noch nie bei uns im Wald gesehen."


Insgesamt haben sich 442 Menschen für den Marathon registriert. Die Mehrheit davon ist meist auf vier Tage verteilt die klassische Marathon-Strecke von 42,2 Kilometern gelaufen, 110 Läufer haben sich für den Halbmarathon angemeldet und 89 für die Zehn-Kilometer-Strecke. Die Spanne der Laufzeiten der Marathonläufer reicht derweil von Dreieinviertelstunden bis zwölf Stunden. Die längste zurückgelegte Strecke beträgt hier 109 Kilometer.

Erik Weide fährt 439,5 Kilometer


Die 46 Teilnehmer des Roll-Marathons haben die Strecke per Fahrrad, Roller oder Inlineskates absolviert. Die längste Strecke hat dabei Bürgermeister Erik Weide zurückgelegt: Stolze 439,5 Kilometer stehen in der Ergebnisliste hinter seinem Namen, knapp 18 Stunden saß er dafür im Sattel. Die 400-Kilometer-Marke hatte er vorab als sein persönliches Ziel deklariert, "und wer mich kennt, weiß: Wenn ich das mal im Kopf habe, muss ich es auch machen". Weide lobt das Gemeinschaftsgefühl, das der Lauf innerhalb der Gemeinde und darüber hinaus geschaffen habe. "Es war eine klasse Sache, bei der jeder nach seinen Möglichkeiten mitmachen und sich eigene Ziele stecken konnte."


Er habe mit dem Angebot versucht, sowohl Läufer als auch Nichtläufer anzusprechen, sagt Bähr. "Ich denke, das ist uns fürs erste Mal ganz gut gelungen." Für eine solch kurze Vorbereitungsspanne sei der virtuelle Marathon sehr gut angenommen worden. Für Manche habe der Sport, für andere der Spaß im Vordergrund gestanden.

Die Meisten haben mehr als zehn Euro gespendet


Es habe zahlreiche positive Rückmeldungen von Teilnehmern gegeben, persönlich in der Apotheke, aber auch per E-Mail. Der hohe Spendenstand von 7254 Euro zeige außerdem, dass die Mehrheit der Teilnehmer mehr als die zehn Euro Startgebühr gespendet hätten. "Die Euphorie ist deshalb bei uns natürlich gerade groß", sagt Bähr.

Er will den Alemannenmarathon auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederholen. Schon jetzt machen er und seine Familie sich Gedanken darüber, was verbessert werden kann. Immer wieder habe es beispielsweise die Frage nach einem T-Shirt für den Lauf gegeben. "Schön wäre es, wenn wir weitere Sponsoren gewinnen könnten. Dann wären auch Marathon-T-Shirts denkbar", sagt Bähr.