43. Internationale Wandertage

1300 Wanderer kamen nach Berghaupten

Rund 1300 Wanderer waren am vergangenen Wochenende der Einladung der Wanderfreunde Berghaupten gefolgt, auf den aussichtsreichen Wanderwegen rund um Berghaupten Natur und Aussichten bei strahlendem Sonnenschein zu genießen.

Die Gemeinde Berghaupten ist als Wanderparadies ist für viele Menschen aus dem Elsass, der Pfalz oder dem Raum Stuttgart so attraktiv, dass die Internationalen Wandertage der Wanderfreunde Berghaupten zur drittgrößten Veranstaltung dieser Art in Baden-Württemberg zählt.

So war eine Wandergruppe aus Billigheim-Elztal zum wiederholten Mal in der Portalgemeinde des Kinzigtals. Gerne formierte sie sich zu einem Gruppenfoto auf dem Dreifelsenweg mit dem Reichsstädtchen Gengenbach als Hintergrund. Dass diese Wanderungen tatsächliche Genussunternehmungen und für die meisten Teilnehmer keinen  Leistungssport darstellen, bewies ein Ehepaar aus dem elsässischen Fegersheim. Sie nutzten die exponierte Sitzbank auf dem Dreifelsenweg für eine Ruhepause und genossen den erhabenen Blick auf das Bergle und die umgebenden Weinberge. Dabei konnten sie zugleich auf  dem direkt daneben platzierten Literaturstein den lobpreisenden Text des Heimatschriftstellers Heinrich Hansjakob auf das Kinzigtal lesen.

Fröhliche Elsässer

Die Elsässerin offenbarte fröhlich ihre Gemütsverfassung und meinte: »Mir babble, wie uns de Schnabel g'wachse isch.« Lag es an der strahlenden Herbstsonne, dem farbenprächtigen Herbstlaub oder einfach den herrlichen Ausblicken ins Kinzigtal, zum Ortenberger Schloss oder ins Obertal mit der sich klar gegen den blauen Himmel abhebenden Kammlinie des Heiligenwaldes, jedenfalls spiegelten Gesichter und Begegnungsverhalten allenthalben eine herzliche Offenheit. Eine muntere Neurentnerin freute sich über die gewonnene Freiheit für Natur- und Landschaft nach dem anstrengenden Berufsleben.

Noch am Samstag war sie bei einem Volkswandertag am  Rottachsee südlich von Kempten. Am Sonntag sammelte sie in ihrer weißen Stofftasche Kastanien und andere Naturmaterialien, die sie zu Hause für kreative Objekte verarbeiten wollte. Am Start- und Zielpunkt Schlosswaldhalle war um die Mittagszeit nur noch schwer ein Sitzplatz zu finden. Das Ehepaar Ingeborg und Kurt Wendel von den Wanderfreunden Flacht saßen allerdings vor dem Eingang und verkauften dort alte Wandermedaillen zugunsten der Mukoviszidose-Stiftung von Christiane Herzog.

Seit Ostern 2018 haben die beiden auf diese Weise 1500 Euro der Stiftung überwiesen. Pünktlich um 12.30 Uhr durften die »Badner Buebe« eine verdiente Musikpause einlegen.  So konnte  Bürgermeister Philipp Clever die vielen Gäste begrüßen und sich für deren Besuch in Berghaupten bedanken. Von Karl Gresbach, Vorsitzender der Wanderfreunde Berghaupten, hatte er die Liste mit den Preisträgern für die zahlenmäßig stärksten Teilnehmergruppen erhalten.

19 deutsche und vier elsässische Wandergruppen wurden mit Preisen bedacht. Mit 55 Teilnehmern waren die Kraichgau-Wanderer Grombach angereist und belegten den ersten Platz vor den Wanderfreunden Schwaigern mit 50 Wanderern. Die Wanderfreunde Billigheim-Elztal waren mit 48 Naturbegeisterten über die Heidburg nach Berghaupten gefahren und belegten damit den dritten Rang. Sieben Busse hatten Berghaupten über das Wochenende angesteuert.

Lob vom Bürgermeister

Bürgermeister Philipp Clever lobte diese Wandergruppen besonders für ihr umweltfreundliches Verhalten. Die Veranstaltung am Wochenende ist immer auch eine logistische Herausforderung. Herbert Schappacher, stellvertretender Vorsitzender der Wanderfreunde Berghaupten, sprach von 90 Helfern an Kontrollstellen, Theke und Küche. Schappacher, Vorsitzender Gresbach, Wanderwart Wilhelm Silberer sowie Küchenchef Bernhard Bau üben ihr Amt seit der Vereinsgründung im Jahre 1976 aus.