850 Wanderer trotzen dem wüsten Winterwetter

Der Stegener Wandertag verläuft erfolgreich / Sehr viele Besucher aus Frankreich / Vorfreude auf das 40-jährige Bestehen im kommenden Jahr.

Wandern hält fit: Beim 39. Stegener Wandertag gingen offiziell 857 Teilnehmer auf die drei Strecken. Die stärkste Gruppe mit 67 Damen und Herren kam aus dem französischen Angeot in der Nähe von Belford. Mit 22 Wanderern waren die "Waldgeister" die größte Gruppe aus Stegen. Trotz des durchwachsenen Wetters waren die Veranstalter dem Vorsitzenden Franz Klingele zufolge sehr zufrieden. Er bilanzierte: "Wir können stolz sein."


Er begrüßte die Teilnehmer bei der Siegerehrung in der Klageneckhalle mit: "Hut ab, dass Sie bei diesem Wetter nach Stegen gekommen sind." Rund die Hälfte der Wanderer kam aus Frankreich und ebenfalls rund die Hälfte war mit dem Bus ins Dreisamtal gereist. Zur Auswahl standen drei Strecken: sechs, elf und 15 Kilometer. Start und Ziel war die Kageneckhalle. Von dort aus ging es nach Zarten und Burg am Wald und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die 15-Kilometer-Tour führte bis ins Ibental; wegen des Wetters wurde diese Strecke bereits gegen 10 Uhr geschlossen. Traditionell geht der Wandertag über zwei Tage. Am Samstag waren rund 150 Wanderer unterwegs. Das Gros der Wanderer marschierte früh los, so dass die ersten bereits kurz nach 9 Uhr das Ziel erreicht hatten. Von 11 Uhr an war in der Halle kein Platz mehr frei, so dass die Veranstalter alle Hände voll zu tun hatten. Zwischen 11 und 13 Uhr bildeten sich vor dem Essensstand eine Schlange. Das Warten verkürzte das Duo Bergkristall musikalisch.

Mit Spannung wurde die Siegerehrung um 14 Uhr erwartet. Bürgermeisterin Fränzi Kleeb freute sich sichtlich über den guten Verlauf und die volle Halle: "Es ist schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen." Viele der Teilnehmer seien schon seit Jahren dabei. Sie habe "großen Respekt" vor allen, die am Sonntag bei schlechtem Wetter gewandert sind. Kleeb riet den Gästen, "einfach bei schönem Wetter wieder zu kommen".

Ab 25 Teilnehmern gab es für die Gruppen ein Präsent, einen Korb mit Emblem der Wandergruppe Stegen, gefüllt mit Speisen und Getränken. An elf Gruppen – plus drei örtliche, die extra bewertet wurden – überreichte Fränzi Kleeb zusammen mit Franz Klingele und dessen Stellvertreter Siegbert Kranzer einen solchen Korb. Aus der Nachbargruppe St. Peter/Glottertal kamen 32 Teilnehmer, die Platz neun belegten. Die weiteste Anreise hatten die 35 Wanderer aus Heidelberg. Aus Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) waren 50 Wanderer angereist. Mit 57 Teilnehmern war die Gruppe aus Neustadt die stärkste deutsche, verfehlte aber das Podest und musste sich drei Gruppen aus Frankreich geschlagen geben. Sie kamen aus Erstein (58), Herlesheim (61) und Angeot (67). Aus Stegen nahmen drei Gruppen teil: die Waldgeister (22), das DRK (13) und der Akkordeonverein (12).

Wochenlang war die Wandergruppe mit der Vorbereitung beschäftigt. Am Sonntag waren rund 35 Helfer im Einsatz, ein Großteil zur Verpflegung der Gäste in der Kageneckhalle. "Alles eigene Leute vom Verein, darauf können wir stolz sein", sagte Franz Klingele. Die Ausrichtung des Wandertages sei für den Verein immer eine große Herausforderung.

Narren stuhlen Halle und räumen wieder auf


Schon jetzt freuten sich Franz Klingele und Siegbert Kranzer auf den 40. Stegener Wandertag im kommenden Jahr. Ohne breite Unterstützung könne die Veranstaltung nicht ausgerichtet werde. "Wir dürfen überall durchlaufen, wo wir wollen. Wir hatten kein Problem", dankte Klingele der Bürgermeisterin und allen Grundstückseigentümern. Dank galt auch den Waldgeistern: Die Narren hatten am Samstag die Halle gestuhlt und räumten am Sonntag wieder alles weg.